22 SET 2026 · «Ich hätte mir einfach gewünscht, diesen Moment mit jemandem teilen zu können.» Vom Traum, Sportlehrerin zu werden, über das Jurastudium bis an die Schnittstelle zwischen Politik, Wissenschaft, Innovation und Künstlicher Intelligenz: Jacqueline Gasser-Beck hat sich immer wieder neu erfunden. An der Universität St. Gallen verantwortete sie den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und trieb Innovationsthemen aktiv voran. Nicht zuletzt, weil ihr die Begeisterung für technische Entwicklungen bereits als Kind mitgegeben wurde: «Mein Vater war einer der Ersten, der einen Commodore-Computer hatte. Eigentlich war er Konditor-Confiseur, aber auch einfach ein Gamer. Angst vor Technik hatten wir alle nie – wir sind mit Neugier auf das Neue aufgewachsen.» Heute verantwortet sie die Koordination der digitalen Transformation und KI beim Kanton St. Gallen. Gleichzeitig engagiert sie sich politisch und begleitet Veränderungen, die unsere Gesellschaft nachhaltig prägen. «Mein Anspruch an mich ist es, innovativ zu sein, aber nicht zu schnell. Das allerhöchste Gut in der Verwaltung ist das Vertrauen der Bevölkerung, und das darf man sich nicht verspielen.» Doch Veränderung ist für sie weit mehr als ein berufliches Thema. Im Gespräch erzählt sie von Umwegen, einschneidenden Erlebnissen und der Kunst, loszulassen. Sie spricht darüber, warum Vertrauen wichtiger ist als Tempo, weshalb KI den Menschen nie ersetzen wird und wie sie während ihrer Reise nach Hawaii Dankbarkeit neu entdeckte. «Für mich hat sich auch körperlich sehr schnell gezeigt, wie gut mir Hawaii tut. Die Zeit war unglaublich schön … vielleicht bin ich auch ein bisschen verändert, ein bisschen hoffnungsvoller zurückgekommen. Es war für mich ein Neuanfang.» Gerade deshalb ist sie überzeugt, dass der Mensch auch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz unersetzlich bleibt: «Wir haben als Menschen Fähigkeiten, die KI nicht erreichen kann. Alleine schon, wenn man an instinktive Gefühle denkt – das Bauchgefühl ist ja etwas, das wir gar nicht erklären und daher auch nicht mit einer KI nachmachen können. KI kann uns nur unterstützen.» Ein Gespräch über Verantwortung, Intuition, Aufbruch – und darüber, warum die grössten Veränderungen oft dort beginnen, wo das Leben einen anderen Plan hat.